In Blautönen gestaltetes Mosaik. Aufschrift: 2019.

Dieser Blog­beitrag wird bis Jahre­sende laufend ergänzt!
In Block­manier find­est Du die Mosaik­steine chro­nol­o­gisch rück­läu­fig geord­net.

Natür­lich könnte ich meine Mosaik­steine auch, nur für mich, in einem nicht öffentlichen Tage­buch notieren.

Aber sind sie nicht eine gute Möglichkeit, all denen, die ich aufgrund meiner Über­sied­lung von Wien nach Dort­mund nicht mehr tref­fen kann, ein wenig aus meinem Leben zu erzählen?

Der ulti­ma­tive Gedanke ist natür­lich: Mit Gleich­gesin­nten viel­leicht sogar dann und wann in einen Gedanke­naus­tausch zu geraten über ein “gemein­sam” gele­senes Buch, über Musik, über gesellschaftliche Fragen …

Viele Mosaik­steine erscheinen mit nur wenig Info, denn das Leben lässt einfach selten genug Zeit, es auch zu verschriftlichen.

Mosaikstein 6

In Planung: Besuch des Sommerfestes in Miltenberg

Mosaikstein 5

Erich Maria Remarque, Der Funke Leben

Ein deutsches Konzen­tra­tionslager in der Schlussphase des 2. Weltkrieges. Nur ein Funke Leben trennt die Insassen noch vom Tod.

Remar­ques Reportage, erschienen 1952, basiert auf Hunderten von Einzel­er­leb­nis­sen, die ihm berichtet wurden. Es gelingt ihm das Abbild eines Grauens, das die kühn­ste menschliche Phan­tasie nie zu ersin­nen vermocht hätte.

Aus heutiger Sicht schlichtweg beschä­mend, dass der Roman u. a. aufgrund der Tatsache, dass hier ein Nicht-dabei-Gewe­sener es wagte, ein KZ-Gemälde zu erstellen, im deutschen Sprachraum zum großen Teil Empörung auslöste! Man wollte bei der Verdrän­gung des Krieges und der Nazi-Verbrechen in den 1950er Jahren nicht gestört werden …

Mosaikstein 4

Louis Häfliger — der Retter von Mauthausen

Manch­mal werden von öster­re­ichis­chen Fami­lien­mit­glieder trans­port­fähige Artikel, die zwar in Deutsch­land bestellt, aber nicht nach Öster­re­ich versandt werden, zu mir geschickt und ich bringe die dann im Zuge meiner näch­sten Reise in die alte Heimat.

So geschah es unlängst auch mit dem anti­quar­ischen Buch von Alphons Matt, Einer aus dem Dunkel, Die Befreiung des Konzen­tra­tionslagers Mauthausen durch den Bankbeamten H., Schweizer Verlagshaus Zürich 1988, 2. Auflage 1995

Auf der “Durchreise”, hielt mich dieser Bericht rund um die Geschehnisse in Mauthausen im Mai 1945 in seinem Bann! Im Werk wird übri­gens auf eine frühere Veröf­fentlichung zum Thema verwiesen:

Friedrich von Gagern, Der Retter von Mauthausen
Dieses Buch konnte ich per Fern­leihe über die Dort­munder Stadt- und Landes­bib­lio­thek ordern und in der Zentral­bib­lio­thek in den Räumen des Insti­tutes für Zeitungs­forschung vor Ort lesen.

Die beiden zeit­geschichtlichen Doku­mente machten in viel­er­lei Hinsicht betrof­fen — in beiden Werken primär natür­lich durch die detail­lierten Beschrei­bun­gen der Umstände und der Zustände im Konzen­tra­tionslager, bei Alphons Matt zusät­zlich der Umgang mit Louis Häfliger und bei Friedrich von Gagern ein für die ersten Jahre der Nachkriegszeit typis­ches Verharm­losen des Öster­re­ich­ers an sich als mitschuldig an den Verbrechen in der NS-Zeit. Luis Haeflinger bei Wikipedia.

Mosaikstein 3

Unsere ersten Balkonblumen

Sicht von unten auf Balkonkästen, Blumen und strahlend blauen Himmel.

Mosaikstein 2

Bücherliste (Urlaub Zuhause mit Büchern)

  • Erika Pluhar, Die öffentliche Frau

    Ihr Name, Erika Pluhar, war mir immer ein Begriff, aber im Grunde wusste ich nichts über die Burgschaus­pielerin, die sich aber im Laufe ihrer Karriere dann dem Texten und Inter­pretieren von Liedern zuwandte, Filme drehte und zahlre­iche Bücher veröf­fentlichte.

    In “Die öffentliche Frau”, ein Buch in Inter­view­form, erfuhr ich viel über die Höhen und Tiefen ihres Lebens — eine Passage möchte ich daraus zitieren:

    ”(Erika Pluhar) Fällt Ihnen auf, dass so viele Menschen, die meinem Leben wesentliche Impulse gaben …, tot sind? …
    In meinem Alter ist das so.
    (Der Redak­teur) Aber auch in Ihrem Alter gibt es Gegen­wart.
    (Erika Pluhar) Schon, ja. Aber die Zeit der lebens­bes­tim­menden Impulse ist vorbei. Der Glaube an das Wunder ist vorbei. Man lebt und handelt zwar weiter, aber in Rich­tung Endlichkeit. Die Neugier auf Zukün­ftiges macht dem Wunsch nach Stille Platz.”

  • Erich Maria Remar­que, Der schwarze Obelisk

    Endlich habe ich wieder einmal weiter gemacht mit meinem Vorhaben, alle Veröf­fentlichun­gen des Schrift­stellers lesen zu wollen.

    Die deutsche Erstaus­gabe ist 1956 erst­mals erschienen. In einer Zeit, in der von Aufar­beitung nation­al­is­tis­chen Denkens in Deutsch­land und Öster­re­ich noch keine Rede war, entzieht sich Remar­que den Anforderun­gen eines kritis­chen Kommen­tierens des Zeit­geschehens in den unmit­tel­baren Nachkriegs­jahren im Anschluss an den 1. Weltkrieg, in denen nation­al­is­tis­ches Denken immer mehr Raum nimmt, nicht. In meinen Augen ein wirk­lich großar­tiger Roman!

    Was ich von Seite 426 meines Lese­ex­em­plares exzer­piere, hat jetzt nichts mit der politi­schen Seite des Romans zu tun, ist einfach ein schönes Bild:

    “Ich kann nicht auf Regen­bö­gen gehen, Isabelle”, sage ich. “Aber ich möchte es gerne. Wer kann es?“
    Sie nähert ihr Gesicht meinem Ohr. “Niemand”, flüstert sie.
    “Niemand? Du auch nicht?“
    Sie schüt­telt den Kopf. “Niemand”, wieder­holt sie.
    “Aber es ist genug, wenn man die Sehn­sucht hat.”

  • Werner Schney­der, Krebs
    Wie auch das Pluhar­buch und den schwarzen Obelisken habe ich auch den schmalen, aber inhaltlich äußerst gewichti­gen Band von Werner Schney­der in der Dort­munder Stadt­bib­lio­thek gefun­den.

    Aufrührend, u. a. die Schul­medi­zin mit ihren noch und noch Versuchen (!) von lebensver­längern­den Maßnah­men hinter­fra­gend!
    Wird dadurch nicht oft die Möglichkeit genom­men, in Würde zu ster­ben? Was muss ich rechtzeitig tun, um nicht unumkehrbar von der Maschinerie Medi­z­in­tech­nik vere­in­nahmt zu werden, eigentlich inhu­man zwis­chen oft falschen Hoff­nun­gen und der darauf­fol­gen­den Ent-täuschung, dass dem baldigen Tod doch nicht zu entkom­men ist, hin und her geschleud­ert zu werden …
    Haben wir das Ster­ben verlernt?

    Was ich mir auch aus dem Buch (S. 103) merken möchte: Die geschilderte Erfahrung, dass es idio­tisch ist, eine/n Schw­er­stkranken danach zu fragen, wie es ihm/ihr gehe. Die Frage muss vielmehr lauten: Wie schaffst Du es? (Die Antwort des Befragten im Buch lautete übri­gens: “Ich habs mir leichter vorgestellt.”)

  • Hein­rich Böll, Billard um halb zehn
    (heuer noch ein zweites Mal gele­sen, das sagt mehr als der laien­hafte Versuch, die Bedeut­samkeit des Buches zu erklären …)

Mosaikstein 1

Familiäres

Die Reisen nach Öster­re­ich zu Mutter, Kindern und Enkelkindern — um nur die “Fixsterne” im Besuch­spro­gramm zu nennen — erweisen sich stets als ziem­lich anstren­gend, aber die Freude, Zeit mit den Enkelkindern zu verbrin­gen zu dürfen, wiegt alle Stra­pazen auf!

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