In Blautönen gestaltetes Mosaik. Aufschrift: 2019.

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Dieser Blog­beitrag wird bis Jahre­sende laufend ergänzt!
In Block­manier find­est Du die Mosaik­steine chro­nol­o­gisch rück­läu­fig geord­net.

Natür­lich könnte ich meine Mosaik­steine auch, nur für mich, in einem nicht öffentlichen Tage­buch notieren.

Aber sind sie nicht eine gute Möglichkeit, all denen, die ich aufgrund meiner Über­sied­lung von Wien nach Dort­mund nicht mehr tref­fen kann, ein wenig aus meinem Leben zu erzählen?

Der ulti­ma­tive Gedanke ist natür­lich: Mit Gleich­gesin­nten viel­leicht sogar dann und wann in einen Gedanke­naus­tausch zu geraten über ein “gemein­sam” gele­senes Buch, über Musik, über gesellschaftliche Fragen …

Viele Mosaik­steine erscheinen mit nur wenig Info, denn das Leben lässt einfach selten genug Zeit, es auch zu verschriftlichen.

Mosaikstein 14

Fridays for Future

Wann immer ich in Dort­mund bin, halte ich mir den Freitag frei, um den Jugendlichen durch meine Anwe­sen­heit bei ihrer Demo meine Soli­dar­ität zu zeigen — seit eini­gen Wochen mit meinem regen­sicheren Demoschild!

Alle Infor­ma­tio­nen zum 3. glob­alen Klimas­treik

Mosaikstein 13

Fehmarn — die Sonneninsel Deutschlands — ein irdisches Paradies

Wegen der Klimaverän­derun­gen vermut­lich mein einziger Besuch einer deutschen Ostseein­sel per PKW!

Weil es gar so schön und eindrucksvoll dort war, habe ich Fehmarn einen eige­nen Blog­a­r­tikel gewid­met: Fehmarn — die Sonnenin­sel Deutsch­lands.

Mosaikstein 12

Mariana Leky, Erste Hilfe

Über die Online-Plat­tform nebenan.de, Deutsch­lands größtes soziales Netzw­erk für Nach­barn, bei dem ich auch (sogar fördernde) Teil­nehmerin bin und der ich beizeiten mal einen eige­nen Mosaik­stein gönnen sollte, bin ich neuerd­ings Mitglied in einem Liter­aturkreis!

Wir tref­fen einan­der einmal pro Monat im von mir fußäu­fig erre­ich­baren Kultur­café Taranta Babu.

Als ich nun letzthin das erste Mal zum Liter­aturkreis dazu kam, stand Mari­ana Lekys erster Roman, “Erste Hilfe” zur Diskus­sion!

Ich hatte das Buch erst drei Tage zuvor kaufen können und so las ich es inner­halb von zwei Tagen, was ich im Nach­hinein als Vorteil betra­chte, da ich die Figuren des Romans also inner­halb kurzer Zeit soweit, wie es die Autorin zuließ, “kennen” lernte.

Konnten sich die anderen in der Leserunde anscheinend mit keinem Protag­o­nis­ten des Romans iden­ti­fizieren — ich war die Einzige, der der Roman über­haupt, und noch dazu sehr gut, gefiel -, war ich hinge­gen über die reiche Gedanken­welt der Ich-Erzäh­lerin richtigge­hend entzückt, bin ich doch eine Person, die aus der Sicht meiner Mitmen­schen sich oft zu viele Gedanken über alles und jedes macht — und damit wurde man in dem eher schmalen Buch ausre­ichend “bedi­ent”!

Was den Schreib­stil der Autorin in diesem Werk angeht, fiel mir zu Beginn eben­falls, wie dies auch später im Liter­aturkreis (- und ebenso in Online-Rezen­sio­nen vielfach -) kritisiert wurde, die ständi­gen “.…”, sagte — Wieder­hol­un­gen auf.

Im Laufe der Lektüre empfand ich diese Repe­ti­tio­nen aber nicht mehr als störend sondern begriff sie für mich als gewollt — als bewusst einge­set­ztes Stilmit­tel. Ob es sich hier wohl um eine Art von Epipher handelt?

Jetzt ist “sagte” natür­lich ein sehr “banales” Wort, aber Mari­ana Lekys Art, in ihrem Erstlingsro­man das “Rund­herum” um die direk­ten Reden betont kunst­los zu gestal­ten, verleiht meiner Mein­ung nach der sehr beson­deren Freund­schaft, welche im Text beschrieben wird, eine heraus­ge­hobene Zartheit.

Gerne würde ich Marina Leky bei einer Lesung begeg­nen und sie hernach selbst zu “Erste Hilfe” befra­gen … viel­leicht gelingt mir das ja einmal …

Mosaikstein 11

Kunst auf Zeit — Helga Hoicke

die Künst­lerin Helga Hoicke hatte sich im Novem­ber 2018 ihren Traum erfüllt und ihre Galerie Kunst auf Zeit eröffnet.

Geschäftsportal von "Kunst auf Zeit" in der Kleppingstraße in Dortmund.

War dieses Projekt aus finanziellen Grün­den ursprünglich auf 2 Monate begrenzt geplant, so gibt es die Galerie nun schon 10 Monate!

Grat­u­la­tion an Helga in Bewun­derung ihres Organ­i­sa­tion­stal­entes und ihrer Tatkraft!

Mosaikstein 10

Urwald an der Autobahn

Da wir inzwis­chen sehr darauf bedacht sind, unseren CO2-Haushalt so gering wie möglich zu halten, habe ich unlängst die unzäh­li­gen Ruhrpott-Reis­führer, die sich in unserem Haushalt befinden, zusam­menge­sucht — und siehe da:

Bere­its am 1. Ausflugstag entdeck­ten wir anhand einer der angegebe­nen Wegbeschrei­bun­gen im nördlichen Bochum ein kleines Paradies, die Land­schaftsin­sel zwis­chen Bochum-Riemke, Bochum-Bergen und Herne.

Nach einem 1‑stündigen Spazier­gang über den Constan­ti­ner Busch durch Wald, Feld­flur und Sied­lung, Ruhrge­bi­ets-Idylle inklu­sive, stell­ten wir allerd­ings fest, dass wir uns den zweiten im Führer angegebe­nen Weg, der uns dann ganz nahe an die A 43 heran­führen soll­ten, für einen weit­eren Besuch in der Gegend vornehmen müssen — Fort­set­zung folgt also, so weitläu­fig müssen sich meine Leser die Land­schaftsin­sel vorstellen.

Als Beloh­nung für die bere­its geleis­teten Anstren­gun­gen besuchten wir dann aber noch das im Führer (Ausgabe 2004!) empfoh­lene, mitten in einem Wald gele­gene Lokal “Zum Schul­tenhof”:

Gastgarten des Hotelrestaurants "Zum Schultenhof".
Im Bier­garten des Hotel­restau­rants “Zum Schul­tenhof”: Himm­lis­cher Rhabar­berkuchen, freundliches Service, entspan­nte Atmo­sphäre (- ohne Schickim­icki -).

Mosaikstein 9

Klaviersalon Sommerfestival in Miltenberg

Wie immer waren die Konz­erte in Miltenberg für mich wieder ein unvergessliches Erleb­nis!

Nach­dem ich im Samstagskonz­ert, sehr beglückt von deren natür­licher musikalisch-musikan­tis­cher Spiel­weise, Dorothée Stromberg (Violine) und Sylvia Acker­mann (Hammer­flügel) mit Sonaten von Mozart, Beethoven und Schu­bert erleben durfte, gab’s zum Abschluss des Festi­vals wieder das oblig­ate Konz­ert mit der Capella Splen­dor Solis (Kanako Hayahi, Sopran, Stefan Piewald, Coun­tertenor, Florian M. Wolf, Bass­bari­ton und Prof. Josef Stolz, Clav­ior­ganum und Leitung).

Im Rahmen des diesjähri­gen beson­ders abwech­slungsre­ichen Programmes möchte ich neben der Erwäh­nung, dass sogar der Parfumher­stel­lung in Florenz musikalisch als auch über Duft­proben nach zeit­genös­sis­chen Rezepten nachge­spürt worden war, ganz beson­ders meinen Erin­nerun­gen an den Ersten Konz­ert­teil, der dem Konz­ert den Über­ti­tel “Ein Nashorn für den Papst! — Musik der Medici” verliehen hat, folgen und dazu aus der Kritik aus dem Main-Echo aus zitieren:

Den Seeweg des berühmten Panz­er­nashorns auf seinem Weg von Indien nach Liss­abon zeich­nete das Ensem­ble mit zeit­genös­sis­chen Liedern, Arien und Tänzen nach, bewies, dass »Multi­kulti« im posi­tiven Sinn schon im 16.Jahrhundert zu hören und zu erleben war, bewältigte sogar mühe­los die Hürden der Indiosprache bei einer Hymne in Quechua. Fast program­m­musikalisch spiegel­ten Gesang und Clav­ior­ganum in wieder­ent­deck­ten Kompo­si­tio­nen des frühen 16.Jahrhunderts den tragis­chen »Seefahrertod« des Nashorns, als es als Geschenk der portugiesis­chen Königs Manuel an den Medic­i­papst Leo X. nach Rom geschickt werden sollte.

Heinz Linduschka ( Main-Echo)

Nach­dem wir die ersten beiden Jahre während des Festi­vals in Bürgstadt selbst wohn­ten, nahmen wir nun bere­its das 3. Jahr Quartier im Hopfen­garten Flair Hotel, was wir nur abso­lut wärm­stens empfehlen können!

Einziger Wermut­stropfen in diesem alljährlichen Event: Da einer­seits die Veranstal­tun­gen in mehreren Orten stat­tfinden und ander­er­seits Miltenberg/Bürgstadt von Dort­mund aus nur sehr schwer mit öffentlich Verkehrsmit­teln erre­ich­bar ist, ist unser sommer­licher Höhep­unkt (- insbeson­dere Miltenberg charak­ter­isiert sich zusät­zlich über eine traumhaft schöne historische Altstadt! -) nur unter Benützung unseres PKWs gestalt­bar.

Mosaikstein 8

Bibliotheksfund

Immer ist es mir einfach nicht möglich, hohe Liter­atur oder kluge Sach­bücher zu lesen. Zwis­chen­durch muss also mal was zur Unter­hal­tung her, einfach vergnüglicher und am bestens gleichzeitig auch span­nen­der Lese­guss!

Inzwis­chen bin ich ja sehr darauf bedacht, meinen Besitz möglichst nicht wieder zu vermehren, ander­er­seits hatte ich unlängst keinen entsprechen­den Lesetipp auf meiner Trello-Leseliste. Was tun?

Bei meinem letzten Besuch in der Dort­munder Stadt­bib­lio­thek ging ich auf der Suche nach Leses­toff nun folgen­der­maßen vor:

Ich begab mich ins Erdgeschloss zwis­chen die Regale, in denen Krimis und Thriller zuhauf zu finden sind und ging immer wieder spon­tan auf Stellen in den Buchrei­hen zu, wo ich schon von Ferne eher dünnere Bücher sah — ich wollte ja keines­falls in die Falle tappen, mich aufgrund eines sehr umfan­gre­ichen Buch­fun­des für mehrere Tage meiner, wenn mal entfacht, schwer zügel­baren Leselust auszuliefern!

Und was fand ich zu meinem Entzücken? Die ersten beiden Bände einer offen­bar im Entste­hen begrif­f­e­nen Krim­ireihe um einen Chefin­spek­tor namens Martin Glück, verfasst von einem öster­re­ichis­chen Schrift­stel­lerin­nen-Duo:

Chris­tine Grän und Hannelore Mezel, Glück am Wörtersee
Chris­tine Grän und Hannelore Mezel, Glück in Wien

Fazit: Selten bei Krimis auch so viel gelacht! Ein sprachge­wandter, flüs­siger und mit hinter­gründi­gem Humor gespick­ter Schreib­stil paar sich hier höchst unter­halt­sam mit span­nen­den, amüsan­ten Krim­i­nalfällen!!!

Und dass die Romane an Orten spie­len, die ich kenne, ich mich im Wien-Krimi sogar quasi bild­haft an die beschriebe­nen Orte begeben kann, bere­it­ete mir natür­lich zusät­zlich ein ganz beson­deres Vergnü­gen!

Auch die im Februar 2019 gerade erst erschienene Fort­set­zung ” Glück in der Steier­mark wurde von der Dort­munder Biblio­thek bere­its angekauft, ist aber derzeit schon ausgeliehen! Wird wohl noch einige Zeit dauern, bis ich das Exem­plar leih­weise für mich ergat­tern kann — freue mich schon drauf, mich demnächst in Gedanken am Hilmte­ich aufzuhal­ten …

Mosaikstein 7

Auf dem Weg …

Die letzten 2 Monate waren geprägt von der Erken­nt­nis, dass ich unglaublich viele Dinge besitze, die ich über­haupt nicht benötige und dass ich beängsti­gend vielschichtig vom Inter­net abhängig bin!

Was mich dabei insbeson­dere beängstigte, war die Frage, inwieweit meine näch­sten Ange­höri­gen Schwierigkeiten hätten, hinter mir aufzuräu­men und abzuschließen, sollte ich über­raschend ster­ben!

Inzwis­chen ist einiges Geschehen: Bis auf 5 Instru­mente (- davon warten eine Oboe und zwei bis drei Block­flöten noch auf neue Besitzer -) und 2 Noten­hefte sowie ein wenig Werkzeuge und Mate­ri­alien, die in jedem Haushalt mal von Nutzen sein können, deutet beispiel­sweise in unserer Wohnung, abge­se­hen von den CDs, bei deren Aufnah­men ich mitgewirkt habe und die demnächst auch noch zu einem Großteil ihren Weg zu bodo (- der Verein bodo veröf­fentlicht das Straßen­magazin von Bochum und Dort­mund, organ­isiert Obdachlosen­hilfe, unter­stützt u. a. auch die Wiedere­ingliederung von Obdachlosen in das soziale Netz und betreibt dafür auch ein Anti­quar­iat, bei dem Bücher, CDs, DVDs und Spiele als Spenden abgegeben werden können -) finden werden, nichts mehr auf meine Jahrzehnte lange Tätigkeit als Oboistin und Block­flötistin hin.

Überzäh­lige Klei­dung wurde aussortiert und gelangte als Spende zu Oxfam!

Auf der Plat­tform Ebay Kleinanzeigen fand ich über die Kate­gorien “Verschenken / Gesuche / Privat ” und “Dort­mund” eine weit­ere Möglichkeit, sinnvoll Dinge weit­erzugeben. So über­nahm eine ange­hende Phys­io­ther­a­peutin die Mehrzahl meiner Bücher zu Gesund­heit­s­the­men. Spiele, Kinder­bücher und verschiedenes an Bastel­ma­te­ri­alien holte freudig eine Grund­schullehrerin ab.

Außer­dem bin ich dabei, mehr Ordnung und Über­sicht in alle Bere­ich meiner Online-Vernet­zung zu brin­gen sowie hier nach Möglichkeit auch zu reduzieren! Das fing an bei der Reduk­tion meiner EMail-Adressen und führte über das Löschen von Accounts und die Opti­mierung meiner Pass­wort-Verwal­tung nun bis zur Reduk­tion von gespe­icherten Infor­ma­tio­nen auf der über­vollen Fest­platte, auf dem lokalen EMailord­ner und in der von mir grund­sät­zlich sehr geschätzten Projek­t­man­age­mentsoft­ware Trello, in des sich im Laufe der Zeit jede Menge ToDo-Kärtchen und notierte Anre­gun­gen ange­sam­melt haben, für deren “Abar­beitung” mein restliches Leben auch bei großzügiger Schätzung nicht mehr ausre­icht!

Mosaikstein 6

Erich Maria Remarque, Der Funke Leben

Ein deutsches Konzen­tra­tionslager in der Schlussphase des 2. Weltkrieges. Nur ein Funke Leben trennt die Insassen noch vom Tod.

Remar­ques Reportage, erschienen 1952, basiert auf Hunderten von Einzel­er­leb­nis­sen, die ihm berichtet wurden. Es gelingt ihm das Abbild eines Grauens, das die kühn­ste menschliche Phan­tasie nie zu ersin­nen vermocht hätte.

Aus heutiger Sicht schlichtweg beschä­mend, dass der Roman u. a. aufgrund der Tatsache, dass hier ein Nicht-dabei-Gewe­sener es wagte, ein KZ-Gemälde zu erstellen, im deutschen Sprachraum zum großen Teil Empörung auslöste! Man wollte bei der Verdrän­gung des Krieges und der Nazi-Verbrechen in den 1950er Jahren nicht gestört werden …

Mosaikstein 5

Louis Häfliger — der Retter von Mauthausen

Manch­mal werden von öster­re­ichis­chen Fami­lien­mit­glieder trans­port­fähige Artikel, die zwar in Deutsch­land bestellt, aber nicht nach Öster­re­ich versandt werden, zu mir geschickt und ich bringe die dann im Zuge meiner näch­sten Reise in die alte Heimat.

So geschah es unlängst auch mit dem anti­quar­ischen Buch von Alphons Matt, Einer aus dem Dunkel, Die Befreiung des Konzen­tra­tionslagers Mauthausen durch den Bankbeamten H., Schweizer Verlagshaus Zürich 1988, 2. Auflage 1995

Auf der “Durchreise”, hielt mich dieser Bericht rund um die Geschehnisse in Mauthausen im Mai 1945 in seinem Bann! Im Werk wird übri­gens auf eine frühere Veröf­fentlichung zum Thema verwiesen:

Friedrich von Gagern, Der Retter von Mauthausen
Dieses Buch konnte ich per Fern­leihe über die Dort­munder Stadt- und Landes­bib­lio­thek ordern und in der Zentral­bib­lio­thek in den Räumen des Insti­tutes für Zeitungs­forschung vor Ort lesen.

Die beiden zeit­geschichtlichen Doku­mente machten in viel­er­lei Hinsicht betrof­fen — in beiden Werken primär natür­lich durch die detail­lierten Beschrei­bun­gen der Umstände und der Zustände im Konzen­tra­tionslager, bei Alphons Matt zusät­zlich der Umgang mit Louis Häfliger und bei Friedrich von Gagern ein für die ersten Jahre der Nachkriegszeit typis­ches Verharm­losen des Öster­re­ich­ers an sich als mitschuldig an den Verbrechen in der NS-Zeit. Luis Haeflinger bei Wikipedia.

Mosaikstein 4

Unsere ersten Balkonblumen

Sicht von unten auf Balkonkästen, Blumen und strahlend blauen Himmel.

Mosaikstein 3

Bücherliste (Urlaub Zuhause mit Büchern)

  • Erika Pluhar, Die öffentliche Frau

    Ihr Name, Erika Pluhar, war mir immer ein Begriff, aber im Grunde wusste ich nichts über die Burgschaus­pielerin, die sich aber im Laufe ihrer Karriere dann dem Texten und Inter­pretieren von Liedern zuwandte, Filme drehte und zahlre­iche Bücher veröf­fentlichte.

    In “Die öffentliche Frau”, ein Buch in Inter­view­form, erfuhr ich viel über die Höhen und Tiefen ihres Lebens — eine Passage möchte ich daraus zitieren:

    ”(Erika Pluhar) Fällt Ihnen auf, dass so viele Menschen, die meinem Leben wesentliche Impulse gaben …, tot sind? …
    In meinem Alter ist das so.
    (Der Redak­teur) Aber auch in Ihrem Alter gibt es Gegen­wart.
    (Erika Pluhar) Schon, ja. Aber die Zeit der lebens­bes­tim­menden Impulse ist vorbei. Der Glaube an das Wunder ist vorbei. Man lebt und handelt zwar weiter, aber in Rich­tung Endlichkeit. Die Neugier auf Zukün­ftiges macht dem Wunsch nach Stille Platz.”

  • Erich Maria Remar­que, Der schwarze Obelisk

    Endlich habe ich wieder einmal weiter gemacht mit meinem Vorhaben, alle Veröf­fentlichun­gen des Schrift­stellers lesen zu wollen.

    Die deutsche Erstaus­gabe ist 1956 erst­mals erschienen. In einer Zeit, in der von Aufar­beitung nation­al­is­tis­chen Denkens in Deutsch­land und Öster­re­ich noch keine Rede war, entzieht sich Remar­que den Anforderun­gen eines kritis­chen Kommen­tierens des Zeit­geschehens in den unmit­tel­baren Nachkriegs­jahren im Anschluss an den 1. Weltkrieg, in denen nation­al­is­tis­ches Denken immer mehr Raum nimmt, nicht. In meinen Augen ein wirk­lich großar­tiger Roman!

    Was ich von Seite 426 meines Lese­ex­em­plares exzer­piere, hat jetzt nichts mit der politi­schen Seite des Romans zu tun, ist einfach ein schönes Bild:

    “Ich kann nicht auf Regen­bö­gen gehen, Isabelle”, sage ich. “Aber ich möchte es gerne. Wer kann es?“
    Sie nähert ihr Gesicht meinem Ohr. “Niemand”, flüstert sie.
    “Niemand? Du auch nicht?“
    Sie schüt­telt den Kopf. “Niemand”, wieder­holt sie.
    “Aber es ist genug, wenn man die Sehn­sucht hat.”

  • Werner Schney­der, Krebs
    Wie auch das Pluhar­buch und den schwarzen Obelisken habe ich auch den schmalen, aber inhaltlich äußerst gewichti­gen Band von Werner Schney­der in der Dort­munder Stadt­bib­lio­thek gefun­den.

    Aufrührend, u. a. die Schul­medi­zin mit ihren noch und noch Versuchen (!) von lebensver­längern­den Maßnah­men hinter­fra­gend!
    Wird dadurch nicht oft die Möglichkeit genom­men, in Würde zu ster­ben? Was muss ich rechtzeitig tun, um nicht unumkehrbar von der Maschinerie Medi­z­in­tech­nik vere­in­nahmt zu werden, eigentlich inhu­man zwis­chen oft falschen Hoff­nun­gen und der darauf­fol­gen­den Ent-täuschung, dass dem baldigen Tod doch nicht zu entkom­men ist, hin und her geschleud­ert zu werden …
    Haben wir das Ster­ben verlernt?

    Was ich mir auch aus dem Buch (S. 103) merken möchte: Die geschilderte Erfahrung, dass es idio­tisch ist, eine/n Schw­er­stkranken danach zu fragen, wie es ihm/ihr gehe. Die Frage muss vielmehr lauten: Wie schaffst Du es? (Die Antwort des Befragten im Buch lautete übri­gens: “Ich habs mir leichter vorgestellt.”)

  • Hein­rich Böll, Billard um halb zehn
    (heuer noch ein zweites Mal gele­sen, das sagt mehr als der laien­hafte Versuch, die Bedeut­samkeit des Buches zu erklären …)

Mosaikstein 2

After Live mit dem Dortmunder Sprechchor —
“Jeder nur eine Erinnerung, bitte!”

Welche Erin­nerung würdest Du auswählen, wenn Du (nur) eine Erin­nerung ins Jenseits mitnehmen dürftest?
Mehr über das Theater­stück von Thorsten Bihegue nach dem Film von Hirokazu Kereeda, welches im Theater Dort­mund uraufge­führt worden ist:
https://www.wa.de/kultur/after-life-jeder-bitte-eine-erinnerungam-theater-dortmund-9667434.html

Mosaikstein 1

Familiäres

Die Reisen nach Öster­re­ich zu Mutter, Kindern und Enkelkindern — um nur die “Fixsterne” im Besuch­spro­gramm zu nennen — erweisen sich stets als ziem­lich anstren­gend, aber die Freude, Zeit mit den Enkelkindern zu verbrin­gen zu dürfen, wiegt alle Stra­pazen auf!

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