Sonja Heller – "Globalism fucks You"

2. Preis des inter­na­tio­nalen Kunst­wett­be­werbes Art-​spanner · 2nd Edition

© Sonja Heller
© Sonja Heller

Zwei­felsfrei werden die Kriege des 21. Jahr­hun­derts über den Welt­markt geführt. Den Weg für einen rasanten, unüber­sicht­lichen Handel mit Waren, die manchmal nur in den Köpfen der Spe­ku­lanten exis­tieren, haben Digi­ta­li­sierung und Com­pu­te­ri­sierung bereitet. Dabei ist die Basis nur allzu menschlich geblieben: Men­schen ent­wi­ckeln und pro­du­zieren die Güter dieser Welt, schürfen, mischen, ver­binden, walzen, kochen, lösen, sor­tieren, ver­packen, trans­por­tieren – viel zu oft unter Bedin­gungen, die weit ent­fernt von »wür­devoll« oder, um ein in diesem Kontext modernes Wort zu bemühen, »fair« sind. Die Beschäf­tigten der Bil­lig­lohn­länder sind die­je­nigen, welche die Waren für den großen Deal »Welt­markt« bereit­stellen, auf Kosten ihrer Gesundheit, Würde und sogar ihrer puren Existenz. Das ist die moderne, zeit­gemäße Form der Skla­verei – am Gän­gelband des Glo­ba­lismus.
Als Platz­halter für diese Gesamt­pro­ble­matik steht ein basales Gerät der Tex­til­pro­duktion, der Stick­rahmen. Er zeigt sich als Gän­gelband in Form eines Wür­ge­hals­bandes, bewehrt mit den scharfen Sta­cheln von Strick­nadeln aus elek­tro­plat­tierten Messing und ist mit einem ledernen Leinen-​Kurzgriff ver­bunden, auf dem in Metall­lettern der Wahl­spruch dieser Zeit prangt: GLOBALISM FUCKS YOU.“

Sonja Heller

Aus­schrei­bungstext

Alle Rechte für dieses Video liegen bei der ART-​isotope · Axel Schöber.

Ich freue mich immer wieder erneut, dass ich das preis­ge­krönte Kunstwerk "Glo­balism fucks You" noch vor Bekanntgabe des Juryur­teils erworben habe!

Es stellt für mich mit seinem viel­schich­tigen Sym­bol­gehalt in meiner unmit­tel­baren Umgebung die per­manent prä­sente und wichtige Auf­for­derung zu sozialem Handeln dar, der ich ver­suche, auch gerecht zu werden, sowie die ständige Bewusst­ma­chung, wie dankbar ich sein muss dafür, dass ich in gesi­cherten Ver­hält­nissen lebe …