Sind Sie geimpft? – Sie sind doch geimpft, oder?

30. August 2021, Gastbeitrag von Mechtild Blankenagel

Auf ber​liner​-zeitung​.de wurde heute, am 30.08.2021, unter dem Titel "Zu viele Fragen? Outing einer Nicht­ge­impften!" der fol­gende Beitrag von Mechtild Blan­kenagel veröffentlicht. 

Der Artikel erschien in den Kate­gorie" Open­Source", was bedeutet, dass die dort publi­zierten Texte ohne zusätz­liche Ein­holung einer Bewil­ligung weiter ver­breitet werden dürfen, wenn die Autor*innen die ihre Bei­träge unter der Creative Commons Lizenz (CC BY-​NC-​ND 4.0) zur Ver­fügung zu stellen. 

Das bedeutet, dass die Bei­träge für nicht kom­mer­zielle Zwecke, unter Namens­nennung und unter Aus­schluss jeg­licher Bear­beitung von der All­ge­meinheit frei wei­ter­ver­wendet werden dürfen.

Da die Autorin mir rundweg aus der Seele spricht und den Beitrag unter der Creative Commons Linzenz zur Ver­fügung gestellt hat, mache ich vom Ver­öf­fent­li­chungs­recht hiermit Gebrauch! Mein Dank geht an die Ber­liner Zeitung die sich erlaubte, auch so ein coro­na­kri­ti­sches Statement zu ver­öf­fent­lichen. Chapeau! – Und natürlich an Mechtild Blankenagel!

Niemand weiß, auf welche Weise unser Körper auf­grund seiner unge­heuren Kom­ple­xität auf im Labor her­ge­stellte, künst­liche RNA reagieren könnte.

Zu viele Fragen? Outing einer Nichtgeimpften!

"Unsere Autorin ist weder Corona-​Leugnerin noch Impf­ver­wei­gerin. Sie findet aber, dass momentan zu viel gegen Impfen mit den ange­bo­tenen Stoffen spricht." [So die Ber­liner Zeitung]

»„Sind Sie geimpft?“ Oder auch ver­schärft: „Sie sind doch geimpft, oder?“ Die Grenzen des Frag­baren haben sich rasant ver­schoben: Eine Frage, die früher nicht gestellt wurde, weil sie in den Bereich des Pri­vaten, Höchst­per­sön­lichen gehörte, fällt seit einigen Monaten einer gesell­schaft­lichen Maschi­nerie anheim, die scho­nungslos den Offen­ba­rungseid verlangt…

Ein schlechtes Gewissen müssen dabei nur die­je­nigen haben, die sich nicht offen­baren wollen, und schon im selben Moment sind sie ertappt. Die­je­nigen, die die Frage stellen, fragen reinen Gewissens – weil sie als selbst­verständlich Geimpfte nämlich als einzige ein reines Gewissen haben dürfen. Bei Geimpften fällt ein regel­rechter Offen­ba­rungs­eifer, geradezu eine Offen­ba­rungslust auf. Frei­mütig und unge­fragt äußern sie sich in allen pas­senden und unpas­senden Situa­tionen: „Ich bin ja – doppelt – geimpft!“

Das hohe Lied der Impfung als einzig denkbares Heilsversprechen

Mit diesen Zeilen habe ich mich als Nicht-​Geimpfte geoutet. Ich ordne mich damit klar einem der beiden Lager zu, in die die Bevöl­kerung seit geraumer Zeit ein­ge­teilt ist und gehöre nun offen zu den­je­nigen, die ihren Egotrip ohne Rück­sicht auf die Gesundheit der Gesamt­be­völ­kerung durch­ziehen. Dass ich diesen Ein­druck erwecke, gefällt mir nicht; ich ziehe keinen Gewinn aus diesem Status, zumindest spüre ich ihn nicht, im Gegenteil. Aber wenn ich mich schon über die beschwere, die mich so gna­denlos ein- und damit aus­sor­tieren, will ich nicht ver­hehlen, dass auch ich selbst­verständlich „die anderen“, die das hohe Lied der Impfung als einzig denk­bares Heils­ver­sprechen für uns alle und den ganzen Erdball singen (urbi et orbi), auf der anderen Seite ein­ordne, dort, wo ich aus­drücklich nicht stehe…

Und natürlich zeugt es von gewal­tigem Dünkel und intel­lek­tu­eller Arroganz, dass ich den­je­nigen, der in der Impf­frage nicht so denkt wie ich, des Nicht-​Denkens bzw. Nicht-​genug-​Denkens bezichtige. Die anderen machen es genauso, nur in die umge­kehrte Richtung. Eine Ver­stän­digung, eine Chance der Über­zeugung, oder zumindest der gegen­sei­tigen Achtung, gibt es, soweit ersichtlich, nicht. Ja oder nein, schwarz oder weiß, ex oder hopp. Ich wehre mich dagegen, dass ich als mün­diger, selbst­ständig den­kender Mensch ohne wei­teres als Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kerin und Corona-​Leugnerin abge­stempelt werde. Men­schen wie mich, die nicht ver­schworen sind und Corona nicht leugnen und sich dennoch nicht sofort und mit Begeis­terung impfen lassen, gibt es offi­ziell in unserem Land nicht.

Bes­ten­falls gelte ich als jemand, der bisher zu faul war, der nur mal seine Trägheit bzw. seinen „inneren Schwei­nehund“ , wie Robert Habeck sich aus­drückt, über­winden muss, um zur einzig rich­tigen und einzig akzep­tablen Tat zu schreiten. Dass ich – nach gründ­lichem und immer neuem Nach­denken – sehr viele gut begründete Vor­be­halte in mir habe, kommt in der medialen und politi­schen Bericht­erstattung über „Impf­ver­wei­gerer“ wie mich nicht vor.

[Anmerkung Marie Wolf: Der letzte Absatz findet sich nur in der Ver­öf­fent­li­chung bei Corona Doks, ande­rer­seits wurde dort der Artikel mit anderen Aus­las­sungen publi­ziert! Es könnte also sein, dass nur hier der gesamte Text zu lesen ist.] 

„Vielleicht werde ich mich impfen lassen, wenn man mehr weiß. Oder wenn der Druck zu groß wird“

Ich bin übrigens gar keine Impf­ver­wei­gerin. Viel­leicht werde ich mich in einem oder zwei Jahren impfen lassen, wenn man mehr weiß, das kann durchaus sein. Oder wenn der Druck zu groß wird. Ich habe nur – nach aus­führ­lichem Ein­sammeln von Infor­ma­tionen – über die unstrittig unkal­ku­lier­baren Folgen dieser in extrem kurzer Zeit ent­wi­ckelten völlig neuen Impf­stoffe meine Skepsis nicht besei­tigen können.

Da ich aber eben nicht in das Lager der Unsäg­lichen gesteckt werden, sondern in meiner ganzen (durchaus nach­den­kenden) Kom­ple­xität wahr­ge­nommen werden wollte, habe ich mir nach einer kurzen Anlauf­phase ange­wöhnt, mich bezüglich der Eigen­schaften der Impf­stoffe und der leichten und schweren Neben­wir­kungen und Kom­pli­ka­tionen sowie der impf­be­dingten Todes­fälle demons­trativ nicht aus den Quellen zu unter­richten, die man gemeinhin als „Ver­schwö­rungs­kanäle“ bezeichnet.

Wenn ein eigentlich schlauer Gedanke in solch einem Medium ver­öf­fent­licht wird, ist er ver­brannt. Wenn es vorher ein scharf­sin­niger Gedanke war, ist er ver­schrien und indis­ku­tabel, sobald er etwa in Rubikon gefunden wurde. Ob diese Medien im Anhang wis­sen­schaft­liche Quellen zitieren, die jeder nach­prüfen kann, ändert daran nichts. Alles, was auf diesen Kanälen ver­lautbart wird, erreicht nur immer wieder die­je­nigen, die schon vorher die Meinung ver­treten haben, die diese Kanäle gern evo­zieren wollen. Men­schen „von außen“ werden nicht erreicht.

Die erste Infor­ma­ti­ons­quelle, die ich anzapfe, seit ich um die anrü­chigen Kanäle einen Bogen mache, sind Ärz­tInnen aus meinem pri­vaten und beruf­lichen Umfeld. Die zweite Infor­ma­ti­ons­quelle, der ich ver­traue, sind Mit­tei­lungen von Freun­dinnen, die mir das wei­ter­erzählten, was ihre Ver­wandten, Bekannten und Freun­dinnen nach ihren Imp­fungen berich­teten. Die dritte Infor­ma­ti­ons­quelle sind Berichte von medi­zi­ni­schem Fach­per­sonal in Kli­niken, mit denen einige meiner Freun­dinnen bekannt sind. Die vierte und letzte Infor­ma­ti­ons­quelle sind Ver­öf­fent­li­chungen in medi­zi­ni­schen Fach­zeit­schriften, die ich als medi­zi­ni­scher Laie mit Biologie-​Leistungskurs vor 40 Jahren ver­stehen kann.

Ich glaube also, mit gutem Gewissen behaupten zu können, dass ich recht gut Bescheid weiß. Je mehr ich höre und je mehr ich lese, desto rät­sel­hafter wird in meinen Augen das der­zeitige Geschehen. 

Wie kann es etwa sein, dass die Ver­öf­fent­li­chung eines Wis­sen­schaftlers oder einer Wis­sen­schaft­lerin in einer weltweit ange­se­henen medi­zi­ni­schen Fach­zeit­schrift in der öffent­lichen Dis­kussion so gar nicht auf­taucht? Warum lese ich in unseren Zei­tungen nichts über For­schungs­be­richte des Mas­sa­chu­setts Institute of Tech­nology (MIT)?

Da haben sich aner­kannte Fach­leute sehr mutig und enga­giert mit der unbe­streit­baren Tat­sache aus­ein­an­der­ge­setzt, dass niemand weiß, auf welche Weise unser Körper auf­grund seiner unge­heuren Kom­ple­xität auf im Labor her­ge­stellte, künst­liche RNA reagieren könnte. Auch der fähigste Wis­sen­schaftler kann nicht vor­her­sagen, ob die Wirkung der fremden RNA und ihrer Trans­port­sub­stanzen sich auf das erhoffte Ziel beschränken wird (Bildung von Anti­körpern gegen Sars-​CoV‑2) oder ob es darüber hinaus zu wei­teren, unbe­ab­sich­tigten späten und dau­er­haften Aus­wir­kungen auf den mensch­lichen Orga­nismus kommen kann. Berichte von Betrof­fenen scheinen diese For­schungen leider zu bestä­tigen. (1)
Und es pas­siert … nichts. Bzw. doch, es pas­siert etwas, sie werden nämlich ent­weder öffentlich ange­feindet von anderen Wis­sen­schaft­le­rInnen oder aber schlicht übergangen.

Warum werden „falsche“ Informationen nicht einfach entkräftet?

Dass das Tot­schweigen, das Nicht-​darüber-​Reden momentan so gut funktioniert, wenn es um mög­li­cher­weise gar nicht so unge­fähr­liche kurz­fristige und lang­fristige Wir­kungen der Corona-​Impfstoffe im mensch­lichen Körper geht, ver­stört mich. Jede Auf­klärung, die man sich im Lager der impf­wü­tigen Poli­tiker angeblich so wünscht, um die angeblich Trägen und Faulen zu über­zeugen, erfolgt aus­drücklich nicht. Ich kon­su­miere täglich Print­medien und öffentlich-​rechtliche Kanäle. Man klebt dort – bis auf wenige Aus­nahmen – an der Ober­fläche, demen­tiert dieses, nivel­liert jenes an die Öffent­lichkeit gelangte unbe­queme Detail, meistens mit den Argu­menten des Robert-​Koch-​Instituts (RKI) und des Paul-​Ehrlich-​Instituts (PEI), die beide Insti­tu­tionen des Gesund­heits­mi­nis­te­riums sind.

Wenn diese Zurück­haltung dem Zweck dient, die Impf­be­reit­schaft nicht zu schmälern, dann dürfte der Schuss wahr­scheinlich nach hinten los­gehen. Warum nur kommt niemand in Politik und Medien auf die Idee, dass man den­kende Mit­bür­ge­rInnen auf diese Weise erst recht miss­trauisch macht – ja geradezu beleidigt? Gäbe es nicht gute Gründe, den Men­schen sorg­fältig zu erklären, was es mit angeblich fal­schen Infor­ma­tionen auf sich hat und wie diese durch fun­dierte richtige Infor­ma­tionen zu ent­kräften sind?

Wenn ich mich einfach impfen lassen würde, hier und jetzt, würde ich mir eine Menge Stress ersparen. Wenn ich mich weniger fun­diert infor­miert hätte, wäre es viel­leicht dazu gekommen. Ich habe mich infor­miert, weil ich mich von Corona weniger bedroht gefühlt habe als von einem neuen, rasend schnell ent­wi­ckelten gen­tech­no­lo­gi­schen Impfstoff.

Unwissenheit in Kauf nehmen, um ein ruhigeres Leben zu haben

Ich kann nichts Unso­li­da­ri­sches darin sehen, wenn ich mir einen unstrittig wirklich nicht harm­losen Impf­stoff nicht spritzen lasse. Ich habe übrigens von Men­schen, die mir sehr nahe­stehen und eine andere Meinung haben, Sätze wie diese gehört: „Wer darüber erschüttert ist, dass einige Men­schen an der Impfung gestorben sind, der sollte sich mal klar­machen, wie viele Men­schen an Corona gestorben sind.“

Aber ist es nicht ein Unter­schied, ob man an einem Impf­stoff stirbt, für den unsere Regie­renden massiv geworben haben, ohne dass auch nur ein Wort darüber ver­loren wurde, dass dieser Impf­stoff unter Umständen schwer­wie­gende Neben­wir­kungen haben oder – wenn auch sehr selten – töten kann, oder ob man an einem aggres­siven Virus stirbt, was ein schreck­liches, aber eben auch schick­sal­haftes Geschehen ist? Ist es spitz­findig, so zu argu­men­tieren, wie ich es tue? Und ist es abwegig, sich zu fragen, warum sich ein 30-​Jähriger ohne Vor­er­kran­kungen dringend impfen lassen sollte, obwohl die Wahr­schein­lichkeit, an Corona zu sterben oder einen schweren Verlauf zu haben, in seiner Alters­gruppe sehr gering ist? Anders­herum kann ich es aber nie­mandem übel­nehmen, wenn er Unwis­senheit in Kauf nimmt, um ein ruhi­geres Leben zu haben. Ich ver­stehe das. Wirklich?

(1) „Worse Than the Disease? Reviewing Some Pos­sible Unin­tended Con­se­quences of the mRNA Vac­cines Against Covid-​19“, Ste­phanie Seneff, Greg Nigh, in: Inter­na­tional Journal of Vaccine Theory, Practise and Research 2(1), Mai 2021, S.38 ff.

Mechtild Blan­kenagel ist pro­mo­vierte Juristin, sys­te­mische Bera­terin und Schrift­stel­lerin.
Sie lebt in Berlin.


Dieser Beitrag erschien zuerst auf Corona Doks. Dort befindet sich auch der Link zum Web-​Archive der Ber­liner Zeitung und hier kann ein­ge­sehen werden, dass der Text im Open Source – Bereich ver­öf­fent­licht worden ist (- wo er aber bedau­er­li­cher­weise bereits am Abend dann nicht mehr zu finden war …).

Lesetipp:

Alex­ander Blan­kenagel, 2‑G in Hamburg – Die neue Flucht ins Privatrecht

4 thoughts on “Sind Sie geimpft? – Sie sind doch geimpft, oder?

  • 31. August 2021 at 12:32
    Permalink

    „Sind Sie geimpft?“ Oder auch ver­schärft: „Sie sind doch geimpft, oder?“ Hier bei uns heißt es: "Jetzt sind wir ja alle geimpft!?" – Das unaus­ge­spro­chene "oder" hört nur der, der gewohnt ist, sehr genau auf Fein­heiten zu achten. Trotzdem, immerhin enthebt diese indi­rekte Form der Fra­ge­stellung einen der Not­wen­digkeit zu antworten. 

    "Viel­leicht werde ich mich in einem oder zwei Jahren impfen lassen, wenn man mehr weiß…" Da bin ich aller­dings anderer Ansicht! Denn es ist ja keine Impfung; diese Technik hat ja nichts und wieder nichts zu tun mit impfen. Und mehr wissen wird man darüber so in, ich sag mal, 20, 30 Jahren. Nicht in 2 und nicht in 3 Jahren. Aus­serdem hat der Umgang mit dieser soge­nannten Impfung mein Ver­trauen in die Wis­sen­schaftler so nach­haltig erschüttert, dass ich selbst mich weder in 2 noch in 10 Jahren "impfen" lassen werde.

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    • 31. August 2021 at 15:10
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      Liebe Jutta, danke für Deinen Kom­mentar! Ich kann Dir in allen Punkten nur zustimmen! Schon alleine die "Werbe- und Ver­kaufs­stra­tegien", die jeden­falls die deutsch­spra­chigen Regie­rungen bemühten und bemühen, vom Impf-​Kombiangebot mit "Brat­wurst inklusive" bis hin zum öster­reichischen Slogan "Baby, lass und impfen, endlich sind wir frei", sollten eigentlich bei allen Men­schen die Alarm­glocken zum Läuten bringen …

      Reply
  • 31. August 2021 at 14:30
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    Wieder online, ich habe nach­ge­fragt. Antwort:
    In einer frü­he­ren Fassung des Artikels wur­de auf eine Studie ver­wie­sen, deren wis­sen­schaft­li­che Vali­dität umstrit­ten ist.
    Daher haben wir den Verweis auf die­se Studie entfernt.
    Wir dan­ken unse­ren Lese­rinnen und Lesern für die kri­ti­schen Anmerkungen.

    Die aktua­li­sier­te Fassung des Artikel ist jetzt wie­der online:

    https://​www​.ber​liner​-zeitung​.de/​o​p​e​n​-​s​o​u​r​c​e​/​g​e​i​m​p​f​t​-​o​d​e​r​-​n​i​c​h​t​-​g​e​i​m​p​f​t​-​w​o​-​l​i​e​g​e​n​-​d​i​e​-​g​r​e​n​z​e​n​-​d​e​s​-​f​r​a​g​b​a​r​e​n​-​l​i.179510

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