Musik andersrum

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Teilansicht eines Flügels von unten, im Vordergrund die Pedalkonstruktion, Schriftzug "Musik andersrum"

Bis Ende Okto­ber 2016 war ich selbst profes­sio­nell als Musi­ke­rin tätig.
(Im Archiv findest Du so manchen musi­ka­lisch orien­tier­ten Beitrag aus diesem wunder­ba­ren Abschnitt meines Lebens.)

Ab nun präsen­tiere ich aber Musi­ka­li­sches ande­rer Künst­ler, die mich berühr­ten und berüh­ren!

2019

Roman Yusipey, Akkordeon, spielt WladimirZubitskiy (*1953), Ommagio ad Astor Piazzolla

Roman Yusipey spielt Akkordeon

29. Septem­ber, Schulte Witten Haus in Dort­mund Dorst­feld:

Konzert von Lehrern der Musik­schule Dort­mund. Auf dem Programm finde ich auch drei Werke für Akkor­deon solo.

Schon nach eini­gen Takten Akkor­de­on­mu­sik nimmt mich das Spiel des Musi­kers ein — Genuss pur! Der Wunsch, etwas von Roman Yusi­peys Spiel in “Besitz zu nehmen”, wächst!

Soll ich es wagen, in meinem Ruck­sack nach meinem Smart­phone zu kramen? Würde es mir gelin­gen, geräusch­los fündig zu werden? Die ande­ren Zuhö­rer möchte ich ja keines­falls in ihrer Aufmerk­sam­keit stören!

Und weil einer meiner Enkel im fernen Ober­ös­ter­reich in diesen Wochen gerade beginnt, dieses Instru­ment zu lernen und ich mich ihm über die Musik verbun­den fühle, erlaube ich mir doch noch recht­zei­tig, meine Beden­ken abzu­le­gen.

Vor dem 3. Werk, einer Hommage an Astor Piaz­zolla, hole ich schnell mein Handy heraus und akti­viere die Video­auf­nahme.

Mit Erlaub­nis des Künst­lers hier der Link zur, meinem Gefühl und meinem Kennt­nis­stand nach, bril­li­an­ten, mich jeden­falls sehr bewe­gen­den und über­zeu­gen­den Inter­pre­ta­tion:
https://www.dropbox.com/s/ydu89uzqnib10ly/20190929_111954.mp4?dl=0

Himmlische Klänge

Leider konnte ich nicht live bei der Einwei­hung des histo­ri­schen Liszt ‑Flügels von Bois­se­lot & fils/Marseille 1846/No 2047 in Schloss Fantaisie/ Bayreuth dabei sein, doch das Youtube-Video verrät es in nur 4 Minu­ten und 54 Sekun­den:

  • Georg Ott hat das Hammer­kla­vier von Bois­se­lot & Fils mit bewun­ders­wer­tem Fein­ge­fühl restau­riert — und
  • Gilad Katzel­son, Lehren­der an der Hoch­schule für Musik und Thea­ter “Felix Mendels­sohn Bartholdy” Leip­zig, von dem über Google nicht beson­ders viel zu erfah­ren ist, scheint eine Art Geheim­tipp unter den Spie­lern origi­na­ler Tasten­in­stru­mente aus der Zeit der Roman­tik zu sein!

Aber höre die Auszüge aus Années de péle­ri­nage von Franz Liszt und urteile selbst:

Eine Veran­stal­tung des Clavier­sa­lon Milten­berg e.V.

Vienna Reed Quintett

Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich nun seit Jahren wenig Barock­mu­sik höre. Warum?

Die Gefahr, dass sich dabei nämlich auto­ma­tisch meine kriti­schen, geschul­ten, natür­lich auch auf subjek­tive (!), eigene Vorstel­lun­gen getrimm­ten Ohren einschal­ten und dann eine Inter­pre­ta­tion als schmerz­haft empfin­den könn­ten, ist einfach groß!

Anfang des Jahres bekam ich eine CD geschenkt, auf der u. a. auch Musik des 18. Jahr­hun­derts, aber in der eher unge­wöhn­li­chen Beset­zung Englisch­horn, Klari­nette, Sopran-Saxo­phon, Bass­kla­ri­nette und Fagott zu hören ist.

Im Mai nun entdeckte ich beim Suchen nach einem ande­ren Tonträ­ger quasi “schicksals­haft” besagte CD unter ande­ren “Hörpro­jek­ten” — wer nämlich glaubt, dass sich im Renten­al­ter die Anzahl der Vorha­ben, die man reali­sie­ren möchte, aber es zeit­lich lange nicht schafft, auto­ma­tisch verrin­gert, irrt nämlich gewal­tig!

Derart “in Verzug” wagte ich mich — schon aus mora­li­schen Grün­den jetzt unver­züg­lich (!) — ans Anhö­ren und erlebte eine freu­dige Über­ra­schung:

Ich kann mir  “4 Woods + 1 Sax Play Rameau, Mozart und Ravel” von “Vienna Reed Quin­tet” auch mehr­mals hinter­ein­an­der mit großem Genuss anhö­ren — und von manchen Sätzen, insbe­son­dere der Rameau-Suite, gar nicht genug krie­gen! Chapeau!

Die 5 MusikerInnen des Vienna Reed Quintetts vor einer Glasfassade.
Vienna Reed Quin­tet

Das Ensem­ble ist mit seinen Inter­pre­ta­tio­nen auch auf YouTube vertre­ten. Nach­fol­gend die Aufnahme meines derzei­ti­gen Lieb­lings­sat­zes aus der Rameau-Suite:

Mehr über das Ensem­ble

2018

DoReMi Allstars

Kurz vor Weih­nach­ten erhielt ich von einer Freun­din folgen­den Link:

Noten zu Christ­mas for ever­yone.

It’s for the time it gets really cold,
when the world is cove­red in white gold
and winter puts on it’s best show,
the kids play in the glit­te­ring snow.
It’s for the times that we get really close,
when outside the cold wind blows.
With the family ‘round the Christ­mas tree,
watch the kids’ eyes fills with glee.
We put our hands toge­ther here.
Think of the one’s that we hold dear.

Christ­mas is for ever­yone, 
It doesn’t matter where you’re from,
just come with us and sing along and know,
Christ­mas is for ever­yone, ever­yone.

It’s for the people who have lost their home
and all the one’s who feel alone.
It’s for the one’s without enough to eat
and all the people living on the street.
Now’s the time we need to care ,
that earth’s a place that we all share.
So ever­yone around the Globe , Let your heart be filled with hope.
And put your hands toge­ther here (Think of the ones who live in fear).

Einmal im Jahr ein bisserl teilen, weg von Poli­tik und hetze­ri­schen Zeilen, Weih­nacht für alle, ob arm oder reich, Sand­ler, Friseur, Köchin oder Scheich, Du umsatz­brin­gende Weih­nachts­zeit.
Weg mit dem Stress und der Engstir­nig­keit!
Klin­ge­ling hörst du die Kassen klin­gen, in der Warte­schlange haben wir dann Zeit uns zu besin­nen. Anstatt uns an Waren und Gütern zu messen, nicht das Wahre und Gute verges­sen. Es macht keinen Sinn, wenn man sich vergleicht. Jede_r hat so seine Stär­ken in nem ande­ren Bereich. Kalte Tage schreien nach Liebe und Wärme, da brauch ich keine Groß­kon­zerne. Ich wünsche mir in der Weih­nachts­zeit offene Herzen und auch Mensch­lich­keit.

Christ­mas is for ever­yone, It doesn’t matter where you’re from.
Just come with us and sing along,
Christ­mas is for ever­yone (ever­yone)

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Gavin Bryars

Gleich zu Beginn des Jahres lernte ich folgende Aufnahme kennen:

Jesus Blood Never Failed Me Yet
Song­wri­ter: unknown
Arran­ge­ment: Gavin Bryars

Ich zitiere nach­fol­gend aus dem Wiki­pe­dia-Eintrag, was Bryars selbst dazu erzählte:

In 1971, when I lived in London, I was working with a friend, Alan Power, on a film about people living rough in the area around Elephant and Castle and Water­loo Station. In the course of being filmed, some people broke into drun­ken song – some­ti­mes bits of opera, some­ti­mes senti­men­tal ballads – and one, who in fact did not drink, sang a reli­gious song “Jesus’ Blood Never Failed Me Yet”. This was not ulti­mately used in the film and I was given all the unused sections of tape, inclu­ding this one.

When I played it at home, I found that his singing was in tune with my piano, and I impro­vi­sed a simple accom­p­ani­ment. I noti­ced, too, that the first section of the song – 13 bars in length – formed an effec­tive loop which repeated in a slightly unpre­dic­ta­ble way [in the notes for the 1993 record­ing on Point, Bryars wrote that while the singer’s pitch was quite accu­rate, his sense of tempo was irre­gu­lar]. I took the tape loop to Leices­ter, where I was working in the Fine Art Depart­ment, and copied the loop onto a conti­nuous reel of tape, thin­king about perhaps adding an orches­tra­ted accom­p­ani­ment to this. The door of the record­ing room opened on to one of the large pain­ting studios and I left the tape copy­ing, with the door open, while I went to have a cup of coffee. When I came back I found the normally lively room unna­tu­rally subdued. People were moving about much more slowly than usual and a few were sitting alone, quietly weeping.

I was puzzled until I reali­sed that the tape was still play­ing and that they had been over­come by the old man’s singing. This convin­ced me of the emotio­nal power of the music and of the possi­bi­li­ties offe­red by adding a simple, though gradually evol­ving, orches­tral accom­p­ani­ment that respec­ted the homeless man’s nobi­lity and simple faith. Although he died before he could hear what I had done with his singing, the piece remains as an eloquent, but under­sta­ted testi­mony to his spirit and opti­mism.

Jesus Blood Never Failed Me Yet” exis­tiert auch in einer späte­ren Fassung mit dem Sänger Toms Waits, welche für mich aber in keiner Weise an den direkt ins Herz tref­fende Gesang des unbe­kann­ten Inter­pre­ten von der Straße heran­kommt.

In Kombi­na­tion mit meiner derzei­ti­gen, erschüt­tern­den Lektüre von Daniele Ganser, Ille­gale Kriege, wie die NATO-Länder die UNO sabo­tie­ren, Eine Chro­nik von Kuba bis Syrien, dem andau­ern­den ille­ga­len Krieg gegen Syrien und der Zunei­gung der Gesell­schaft zu rechts­ex­tre­mem Gedan­ken­gut und Verhal­tens­wei­sen habe ich dieses Jahr mit ziem­li­cher Nach­denk­lich­keit begon­nen …

Die 1971 von Gavin Bryars arran­gierte Fassung von “Jesus Blood Never Failed Me Yet” kann hier um wenig Geld herun­ter­ge­la­den oder auch als CD erwor­ben werden:

https://www.amazon.de/Bryars-Jesus-Blood-Never-Failed/

2017

Piotr Anderszewski

Meine CD des Jahres 2017 — nach meinem Dafür­hal­ten von Piotr Ander­szew­ski mit unver­gleich­li­chem Einfüh­lungs­ver­mö­gen inter­pre­tiert:

Robert Schu­mann, Humo­reske op.20, Studien für den Pedal­flü­gel op. 56 und Gesänge für die Frühe op.133

2016

Trio Laflamme

Die Musik von Kuhlau, Weber und Czerny wird vom Trio Laflamme meiner Meinung nach glei­cher­ma­ßen sensi­bel, schwung­voll und virtuos gestal­tet — wer gerne “mit Seele” Musi­zier­tes hört, ist hier “gold­rich­tig”!

Bestell­mög­lich­keit:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/friedrich-kuhlau-trio-fuer-floete-cello-klavier-op-119/hnum/6598921

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