Deutsch-österreichisches Wörterbuch

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Deutsch — Österreichisch
Österreichisch — Deutsch

Mein persön­liches Wörter­buch

  • Schlagobers/Sahne
  • Topfen/Quark
  • Karotten/Möhren
  • Erdäpfel/Kartoffeln
  • Paradeiser/Tomaten
  • Kilo/Pfund
  • Deka­gramm (1dkg = 10g)
  • 3/4 Zwölf (= eine Vier­tel­stunde vor 12 Uhr) etc.

Abseits von den oben genan­nten, allge­mein eher bekan­nten Beispie­len aus den Berei­chen Lebens­mit­tel, Maßein­heiten und Uhrzeiten umfasst die deutsche Sprache ober­halb bzw. unter­halb der soge­nan­nten Sahne-Grenze aber auch noch sehr viele andere, teil­weise keineswegs so offen­sichtlich bzw. viele nicht so bekannte unter­schiedliche Wörter.

Nach­dem ich letzthin (- wir haben gerade Sommer 2018 -) auf die Ausdrücke nebu­los (abgeleitet aus dem lateinis­chen Wort “nebu­lo­sus”) versus nebulös (abgeleitet aus dem Franzö­sis­chem) gestoßen bin, habe ich beschlossen, peu à peu ein persön­liches Wörter­buch anzule­gen, um zu zeigen, dass sogar für mich als Imigran­tin aus dem benach­barten Öster­re­ich und trotz ehrlichen Bemühens der Weg zur erfol­gre­ichen Inte­gra­tion in die neue Heimat Nordrhein-West­falen nicht immer ein ganz Einfacher ist …

Du find­est nach­fol­gend die Wörter, Wort­paare und Begriffe, die mir trotz bere­its sechs Jahren auss­chließlichem Wohn­sitz im Ruhrpott aktuell gerade wieder einmal in der mutter­sprach­lichen Version spon­tan in den Sinn und somit auch über die Lippen gekom­men sind.  Hernach werde ich dann entweder von meinen Gesprächspart­nern korrigiert oder erzeuge Sprach­ver­wirrung. In beiden Fällen für mich die Gele­gen­heit, typisch öster­rei­chi­sches Vokab­u­lar zu iden­ti­fizieren …

Also, liebe öster­rei­chi­sche Freunde: Plant Ihr eine Reise ins nördlichere Deutsch­land, macht Euch meinen erweit­erten Wortschatz auch zu eigen! So sehr ich hier durch­wegs freundlich aufgenom­men wurde, dem Klang der wiener­ischen Aussprache stets Charme attestiert wird:

Ihr erspart Euch so manchen irri­tierten Blick, wenn Ihr beispiel­sweise um einen Polster als zusät­zliche Stuh­lau­flage oder für hinter den Rücken bittet, da natür­lich keiner verste­hen kann, wozu Ihr um alles in der Welt den gepol­sterten Teil eines Möbel­stückes (- aber welchen Möbel­stückes nur? -) haben möchtet …

Die Liste wird laufend erweit­ert, die Wort­paare erscheinen in der zeitlichen Reihe­folge, wie sie mir ab nun gerade begeg­nen.

Meine Vokabel-Liste:

ÖSTERREICHISCHDEUTSCH
nebu­los
nebulös
benützenbenutzen
AdventzeitAdventszeit
SesselleisteFußleiste
SesselStuhl
Polster, der



Kissen, das

Sehr erheit­ernd ist in diesem Zusam­men­hang natür­lich für Deutschsprechende im nördlichen Sprachraum die Vorstel­lung einer “Polster­schlacht” — dass also in Öster­re­ich dabei mit schw­eren Sitz­möbeln herumge­wor­fen würde …
SemmelBrötchen
Ordi­na­tionArzt­praxis
(Schaufel) und BesenHand­feger (und Schaufel)
prag­ma­tisiert seinverbeamtet sein
Melan­zaniAubergine
KukeruzMais
Eiskas­tenKühlschrank
Lurch, derWollmäuse, die
sich fadisierensich lang­weilen
dettodito
Schaf­fel, dasBottich, der
Scheib­truheSchubkarre
GelsenStech­mücken
JännerJanuar
Zuck­erlBonbon
Apfel­butzenApfel­griebs
FaschiertesGehack­tes
Kardi­nalschnitte-
Kardinalschnitte.
Für mich konkur­ren­z­los: Die Kardi­nalschnitte, eine öster­rei­chi­sche Mehlspeise, für die selb­stver­ständliche keine Über­set­zung ins Deutsche existiert! Meine Empfehlung: Bestell’ Dir die Köstlichkeit im Café Prückel in Wien! Und dann, nach­dem sie Dir ein elegant geklei­de­ter, aber in seiner “Noblesse” sich möglicher­weise mürrisch geben­der Kell­ner gebracht hat: mit “Andacht” genießen!
ÖSTERREICHISCHDEUTSCH
Beistrich, derKomma, das
öftersöfter
Kramuri, die / Krim­skrams, derKram / Trödel / Krem­pel, der
AbwaschSpüle
Eis im Stan­itzelEis im Hörnchen
Klei­derkas­tenKlei­der­schrank
kehren
fegen
Rauch­fang
Schorn­stein
Lade
Schublade
Masche
Schleife
läuten


schellen, klin­geln

siehe dazu auch hier:
https://www.philhist.uni-augsburg.de/
lehrstuehle/germanistik/
sprachwissenschaft/ada/runde_8/r8_f4e_f/

Ringlotte
Renek­lode
Gebäck
Brötchen
Scherzl
(Unter­schale) Brotan­schnitt, Knapp -
im Öster­re­ichis­chen aber auch das Schwanz­stück vom Rind

Hier dazu ein Ausflug ins Wiener­ische:

Im Wiener Dialekt kommt Bugl (für Bugel bzw. Buckel) zur Anwen­dung. Dies insbeson­dere im Zusam­men­hang bei der Bestel­lung beim Würs­tel­stand („A Eitrige, an Bugl und a 16er Blech“ für „Eine Käsekrainer, ein Brotend­stück und eine Dose Ottakringer Bier“).
 

Robert Sedlaczek, Das 16er Blech macht Karriere

Du willst mehr über öster­rei­chi­sches Deutsch wissen? Hier einige Tipps für Dich:

ÖSTERREICHISCHDEUTSCH
Parte
Tode­sanzeige
Tuchent
Feder­bett
KassaKasse
SpitalHospi­tal
GehsteigBürg­er­steig
Stiegen­hausTrep­pen­haus
Vorz­im­merFlur
PatschenPantof­fel
KnopfKnoten
KübelEimer
KrenMeer­ret­tich
auspatzenkleck­ern
Lacke: Kleine Ansamm­lung von Wasser (Flüs­sigkeit,
z. B. geht ein Hund “Lack­erl machen”), aber: Blut­lache
Lache, Pfütze

… und weil Thomas sich Anfang des Jahres 2019 den Ober­arm stark zerrte, musste ich an die Kochtöpfe … und schon gab’s wieder neue Erken­nt­nisse über die Unter­schiede zwis­chen öster­re­ichis­chem und deutschem Deutsch:

ÖSTERREICHISCHDEUTSCH
EinbrennMehlschwitze
Eierspeis(e)Rührei
Nach­speiseNachtisch
Fleis­chhauerMetzker
JauseBrotzeit
Sack­erlTüte

Prüfe, aus welcher Region Deutschlands Du kommst bzw. wie gut Dein Österreichisch (oder Schweizerisch) ist

Wie Du bestimmte Dinge nennst, sagt mehr über Deine sprach­liche Herkunft, als Du viel­leicht denkst: Was Dein Dialekt über Deine Herkunft verrät.

Das Service
(Bedi­enung, Kunden­di­enst, Dien­stleis­tung)
Der Service
verschus­tern, verjankernversem­meln, verdat­teln
Auto­drom (siehe dazu auch
12 wenig bekannte Fakten über mich)
Scooter

Und jetzt ein Wort­paar, das im Wörter­buch von Robert Sedlaczek zwei ganze (!) Seiten füllt und in meinem persön­lichen Wörter­buch eigentlich schon viel früher hätte ange­führt werden müssen:

schauengucken, kucken

Dazu gibt es zu berichten, dass ich es selbst erlebt habe, dass eine sehr nation­al­is­tisch eingestellte öster­rei­chi­sche Profes­sorin, der ich auf einer Gesellschaft­sreise, die ich mit meiner Mutter unter­nom­men hatte, begeg­net bin, richtig unwirsch wurde, nach­dem ein öster­re­ichis­cher Mitreisender den Ausdruck “gucken” im Gespräch verwen­dete. Bei Robert Sedlaczek heißt es dazu nur lapi­dar:

Warum es zu einer derart starken Polar­isierung zwis­chen “schauen” und “kucken/gucken” gekom­men ist, lässt sich schwer nachvol­lziehen.

Robert Sedlaczek, Das öster­rei­chi­sche Deutsch: Wie wir uns von unserem grossen Nach­barn unter­schei­den, S. 334.

Robert Sedlaczek hat es auch nicht nötig, sich länger über dieses Phänomen auszu­lassen — das Wort­paar an sich enthält ausre­ichend fach­spez­i­fis­chen Erklärungs­be­darf.

Turn­saalTurn­halle
Rohscheiben
Früher wurde in Öster­re­ich das
scheiben­för­mige Nahrungsmit­tel aus dünnen, frit­tierten oder geback­e­nen Kartof­felscheiben immer, heute wird es nur noch gele­gentlich, wohl vor allem von Menschen älteren Semes­ters, “Rohscheiben” genannt.
Kartof­felchips, Chips
Kind­heit­serin­nerung auffrischen: Rohscheiben im “Sack­erl” vom Schweiz­er­haus (Wiener Prater — Lokal)
Sack­erlTüte
RibiselJohan­nis­beere
KohlWirs­ing
Kraut
Weißkraut
Rotkraut
Sauer­kraut
Kohl
Weißkohl
Rotkohl
Sauerkohl, inzwis­chen aber auch Sauer­kraut

Eben geht mit einem Teller Witwe Polte in den Keller,
dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole,
wofür sie beson­ders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.

Wilhelm Busch, Max und Moritz

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